Filets in dunkler Rotweinsauce – Zartes Festtagsglück aus dem Ofen
Das Wichtigste in 30 Sekunden
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Zubereitungszeit: ca. 20 Min. aktive Arbeitszeit + 25 Min. Garen
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Schwierigkeit: Mittel (Dank unserer Anleitung absolut gelingsicher!)
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Das Besondere: „One Pan – Two Meats“: Rind und Schwein garen gemeinsam in einer Pfanne zur Perfektion.
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Perfekt für: Das stressfreie Weihnachtsmenü, Silvester oder das besondere Sonntagsessen.
Wenn am Tisch alles still wird, alle nur noch genießen und anschließend fragen: „Wie hast du das so zart hinbekommen?“, dann weiß man, man hat alles richtig gemacht. Und wenn dann noch klar ist, dass es gar keinen Aufwand bedeutet, dann freut es das Kochherz umso mehr. Unsere Filets in dunkler Rotweinsauce sind genauso ein Kandidat für die magischen Momente. Um uns und unseren Gästen Auswahl zu bieten, bereiten wir sowohl Rinder- als auch Schweinefilet zu. Das Rinderfilet ist einfach nur fein und butterzart, das Schweinefilet saftig. Beides wird in nur einer Pfanne gegart und ist absolut perfekt.
Der eigentliche Star ist aber die Sauce. Hätte man meinem jugendlichem Ich erzählt, dass ich einmal Saucen über alles schätzen werde, und jede gute Sauce über ein schlechtes Fleisch hinwegtrösten kann, dann hätte ich höchstwahrscheinlich ungläubig geschaut und meine Kartoffel sowie mein Bratenstück wie immer trocken runtergeschluckt. Und heute: Heute würde ich sagen, bin ich die Saucenmeisterin bei uns im Haus und nichts, also wirklich nichts, kann mich davon abhalten eine gute Sauce zu kreieren. Bei unseren Filets in dunkler Rotweinsauce ist es so einfach, so simpel, dass ich glaube, dass die ein jeder hinkriegen kann und wird. Die Sauce ist dunkel, kräftig und vereint beide Röstaromen der Filets. Durch den Rotwein hat es Ähnlichkeit mit unserem Boeuf Bourguignon, ist aber deutlich einfacher und schneller auf dem Tisch.
Die wichtigsten Zutaten und Einkaufstipps
Wenn ein Gericht nur wenige Zutaten hat, wie unsere Filets in Rotweinsauce, dann müssen diese Zutaten von guter Qualität sein. Und wenn ich dann noch die besten Fleischprodukte verwende, dann müssen, müssen diese das Beste sein, was es gibt:
Die Filets
Wir haben für dieses Rezept Fleisch von Der Schwarzwälder verwendet – und wow, den Unterschied merkst du sofort auf der Zunge! Es lohnt sich, hier genau hinzuschauen:
- Rinderfilet (Dry Aged): Wir nutzen hier Dry-Aged Beef. Durch die lange Reifung am Knochen (bei Reichenbach oft mindestens 4 Wochen!) verliert das Fleisch Wasser und gewinnt massiv an Geschmack. Es wird mürbe, nussig und intensiv. Ein normales Supermarkt-Filet kann da geschmacklich oft einfach nicht mithalten. Da wir nur ein 400 g Filetsteak benutzt haben, kannst du es super portionieren, natürlich kannst du auch auf ein ganzes Rinderfilet zurückgreifen, dass bietet sich ja vor allem an, wenn du eine große Anzahl an Leuten satt kriegen musst.
- Schweinefilet (Kräuterschwein): Hier kommt das besondere „Kräuterschwein“ zum Einsatz. Die Tiere werden auf Stroh gehalten und bekommen spezielles Futter mit Wiesenkräutern. Das sorgt für eine feine Marmorierung, die das Filet saftiger macht als herkömmliches Schweinefleisch. Da Schweinefilet schnell trocken werden kann, ist diese Fetteinlagerung im Fleisch Gold wert.
Der Rotwein
Für die Filets in dunkler Rotweinsauce sollte kein „Kochwein“ benutzt werden. Den Wein, den du verwendest, sollte auch von dir getrunken werden. Da die Sauce nämlich stark einreduziert wird, konzentriert sich der Geschmack des Weines extrem. Wenn du einen günstigen Kochwein verwendest, dann ruiniert er dir dein ganzes Festtagssessen. Wir empfehlen einen kräftigen Spätburgunder, Cabernet Sauvignon oder Barolo. Das passt perfekt zur Sauce und den Filets.
Schalotten und Zuckerrübensirup
Statt normaler Haushaltszwiebeln greifen wir zu Schalotten. Sie sind feiner, weniger beißend und süßlicher im Geschmack, was wunderbar mit dem Rotwein harmoniert. Der Zuckerrübensirup ist unser kleiner Geheimtipp für die Optik und die Balance: Er bringt nicht nur eine tolle dunkle Farbe und einen satten Glanz in die Sauce, sondern balanciert mit seiner malzigen Süße die Säure des Weins und des Tomatenmarks perfekt aus. Man kann statt des Zuckerrübensirups auch einen guten Balsamico verwenden oder eine Balsamico Crema. Allerdings kann dann der Säuregehalt zu stark werden.
Die perfekten Beilagen
Da die Sauce sehr kräftig und aromatisch ist, brauchst du Beilagen, die sie gut aufnehmen können, ohne unterzugehen. Knusprige Kroketten sind der absolute Klassiker, aber wenn du es etwas „selbstgemachter“ und festlicher magst, empfehlen wir dir unser cremiges Kartoffelgratin, das wunderbar mit der Sauce verschmilzt. Und für die Frische und Farbe auf dem Teller passt im Winter nichts besser als unser klassischer Apfel-Rotkohl, der sich zudem hervorragend schon am Vortag vorbereiten lässt. Als Salatbeilage empfehle ich ganz klar Opas Bohnensalat mit seinem Universaldressing. Das ist ein Salat, der im Winter immer geht und einfach zu machen ist. Reste lassen sich einfach gut verpackt im Kühlschrank aufbewahren und werden auch nicht matschig, wie bei Blattsalaten.
Die 5 Geheimnisse für perfekte Filets in Sauce
Damit dir das Fleisch garantiert so zart gelingt wie uns und du keine Angst vor trockenem Braten haben musst, beachte diese fünf essenziellen Punkte:
- Zimmertemperatur ist Pflicht: Nimm das Fleisch unbedingt mindestens 30–60 Minuten vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank. Wenn du eiskaltes Fleisch in die heiße Pfanne legst, kühlt das Fett zu schnell ab – das Fleisch kocht eher im eigenen Saft, als dass es brät, und wird zäh.
- Mut zur Hitze (Maillard-Reaktion): Beim Anbraten darf es in der Pfanne ruhig etwas rauchen! Wir wollen in sehr kurzer Zeit (nur ca. 4 Minuten pro Seite) maximale Röstaromen an der Kruste erzeugen, ohne dass die Hitze schon tief ins Innere dringt. Diese Röstaromen sind das Fundament für deine Sauce.
- Das Timing-Gap nutzen: Rindfleisch braucht physikalisch etwas länger als Schweinefleisch, um die gleiche Kerntemperatur-Wahrnehmung (rosa vs. durch/saftig) zu erreichen. Unser 10-Minuten-Vorsprung für das Rind im Ofen ist der Schlüssel zum Erfolg. Vertrau dem Timer!
- Die heilige Ruhephase: Schneide das Fleisch niemals direkt an, wenn es aus dem Ofen kommt – auch wenn es noch so gut duftet. In der Alufolie entspannen sich die Fleischfasern, und der Fleischsaft verteilt sich wieder im ganzen Stück. Schneidest du zu früh, läuft der kostbare Saft einfach aufs Brett und das Fleisch wirkt trocken.
- Kalte Butter zum Schluss (Montieren): Die Sauce wird bei uns nicht klassisch mit Mehl gebunden, sondern „montiert“. Dabei werden eiskalte Butterflocken in die nicht mehr kochende Sauce gerührt. Das gibt eine leichte, sehr feine Bindung und vor allem diesen unwiderstehlichen, appetitlichen Glanz wie im Restaurant.
Was unser Rezept besonders macht
Viele Rezepte verlangen, dass du Rind und Schwein getrennt zubereitest, weil die Garzeiten und Garpunkte so unterschiedlich sind. Das bedeutet in der Regel: zwei Pfannen, doppeltes Chaos auf dem Herd und Stress beim Anrichten, damit alles gleichzeitig heiß auf den Tisch kommt.
Unser Ansatz ist „One Pan – Two Meats“. Wir haben die Garzeiten bei konstanten 100 °C Umluft so ausgetüftelt, dass du beide Fleischsorten nacheinander in derselben Sauce garen kannst. Das Rinderfilet bekommt genau den Vorsprung, den es braucht, um am Ende gemeinsam mit dem Schweinefilet perfekt auf den Punkt zu sein. Das spart Geschirr und Nerven. Dazu kommt der Nachhaltigkeitsgedanke, den wir lieben: Wir nutzen alles. Der Bratensatz vom scharfen Anbraten wird mit dem Rotwein gelöst und bildet die Basis der Sauce, in der das Fleisch dann sanft gart. So geht kein Milligramm Aroma verloren, und das Fleisch gibt während des Garens noch mehr Geschmack an die Sauce ab. Wenn du diese Art der produktbezogenen Zubereitung magst, wird dir sicher auch unser schnelles Schweinefilet mit Pfifferlingen gefallen – auch hier steht das reine Produkt im Vordergrund.
Schritt-für-Schritt mit Timing-Plan
Damit an Weihnachten oder beim Dinner nichts schiefgeht, gehen wir hier streng chronologisch vor. So hast du den Kopf frei für deine Gäste.
Vorbereitung (ca. 20 Minuten vorher) Heize den Backofen auf 100 °C Umluft vor. Dies ist die ideale Temperatur für sanftes Garen. Schäle die Schalotten und halbiere sie. Tupfe das Fleisch mit Küchenpapier sehr gut trocken und pariere es sorgfältig (Sehnen und Silberhaut wegschneiden). Wichtig: Würze das Fleisch erst nach dem Anbraten, damit das Salz dem rohen Fleisch kein Wasser entzieht und der Pfeffer in der heißen Pfanne nicht verbrennt.
Schritt 1: Das Anbraten (Aromen bilden) Erhitze 2 EL hoch erhitzbares Öl oder Butterschmalz in einer großen, ofenfesten Pfanne. Wenn das Fett richtig heiß ist, brate beide Filets (Rind & Schwein) von allen Seiten scharf und dunkelbraun an (insgesamt ca. 4 Min.). Nimm das Fleisch heraus, würze es rundherum kräftig mit Salz und Pfeffer und lege es kurz auf einen Teller beiseite.
Schritt 2: Der Saucenansatz Gib etwas frische Butter oder Öl in dieselbe Pfanne (nicht auswischen!) und schwitze die halbierten Schalotten darin an. Gib das Tomatenmark dazu und röste es kurz mit – das nimmt dem Mark die bittere Säure und sorgt für Farbe. Lösche alles mit dem Rotwein ab und kratze dabei mit einem Kochlöffel den Bratensatz vom Boden. Lass es einmal kräftig aufkochen.
Schritt 3: Rindfleisch-Start (Phase 1) Lege nun nur das Rinderfilet zurück in den Sud in der Pfanne. Stelle die ganze Pfanne in den Ofen auf die mittlere Schiene. Timer stellen: 10 Minuten.
Schritt 4: Schweinefleisch-Finish (Phase 2) Ist der Timer abgelaufen? Öffne kurz die Ofentür, lege das Schweinefileteinfach dazu in die Sauce und schließe die Tür wieder. Timer stellen: Weitere 15 Minuten. (Insgesamt gart das Rind also 25 Min., das Schwein 15 Min. bei 100 Grad).
Schritt 5: Ruhen & Sauce vollenden Nimm die Pfanne aus dem Ofen. Hebe das Fleisch heraus, wickle es sofort fest in Alufolie und lass es 5–10 Minuten an einem warmen Ort (z.B. auf dem ausgeschalteten Herd oder einer vorgewärmten Platte) ruhen. Stelle die Pfanne mit der Sauce wieder auf den Herd, koche sie auf und rühre den Zuckerrübensirup ein. Schmecke final mit Salz und Pfeffer ab. Nimm die Pfanne von der Hitze und rühre mit einem Schneebesen die kalten Butterflocken ein, bis die Sauce glänzt. Wer mag, verfeinert jetzt noch mit einem Schuss Sahne.
Schritt 6: Anrichten Fleisch aus der Folie auspacken (den ausgetretenen Fleischsaft aus der Folie unbedingt in die Sauce kippen – das ist Geschmack pur!), in dicke Tranchen schneiden und mit der dunklen Sauce und den geschmorten Schalotten servieren.
Für das Fleisch:
- 400 g Rinderfilet am besten Dry Aged
- 400 g Schweinefilet am besten Kräuterschwein
- 2 EL Öl oder Butterschmalz
- Salz
- Pfeffer
Für die Sauce:
- 200 g Schalotten
- 2 EL Tomatenmark
- 500 ml Rotwein trocken, z.B. Spätburgunder
- 3 TL Zuckerrübensirup
- 1 EL Butter eiskalt, in Flocken
- Optional: 1 Schuss Sahne
🥘 Zubereitung
- Vorbereitung: Den Backofen auf 100 °C Umluft vorheizen. Das Fleisch trocken tupfen und sorgfältig parieren (Sehnen entfernen). Die Schalotten schälen und halbieren.
- Anbraten: In einer großen, ofenfesten Pfanne das Öl stark erhitzen. Rinderfilet und Schweinefilet darin von allen Seiten ca. 4 Minuten scharf anbraten. Herausnehmen, rundherum kräftig salzen und pfeffern, beiseitelegen.
- Saucenansatz: Im verbliebenen Bratfett die Schalotten kurz andünsten. Das Tomatenmark dazugeben und kurz mitrösten. Mit dem Rotwein ablöschen, den Bratensatz vom Boden lösen und einmal kräftig aufkochen lassen.
- Garen (Phase 1 – Rind):Das Rinderfilet in den Sud legen und die Pfanne in den Ofen schieben. ⏱️ Timer: 10 Minuten
- Garen (Phase 2 – Schwein): Nach Ablauf der Zeit kurz die Ofentür öffnen, das Schweinefilet mit in die Sauce legen und weitermachen. ⏱️ Timer: weitere 15 Minuten
- Ruhen lassen: Pfanne aus dem Ofen nehmen. Das Fleisch herausheben, fest in Alufolie wickeln und 5–10 Minuten ruhen lassen. In der Zwischenzeit mit der Sauce weitermachen.
- Sauce vollenden: Die Pfanne mit der Sauce wieder auf den Herd stellen und kräftig aufkochen. Mit Zuckerrübensirup, Salz und Pfeffer abschmecken. Vom Herd nehmen und die kalte Butter einrühren (montieren), bis die Sauce glänzt. Nach Belieben mit einem Schuss Sahne verfeinern.
- Servieren: Fleisch auspacken, den ausgetretenen Fleischsaft zur Sauce geben, Filets in Tranchen schneiden und mit der Sauce servieren.
Nährwertangaben pro Portion (ca.)
Häufige Fragen zu Filets in dunkler Rotweinsauce
Ja, das ist möglich, auch wenn sich der Charakter etwas ändert. Ersetze den Rotwein durch einen kräftigen Rinderfond und gib einen guten Schuss hochwertigen roten Traubensaft (für die Farbe und Fruchtsüße) sowie etwas dunklen Balsamico-Essig (für die Säure) hinzu.
Bei der Niedrigtemperaturmethode und den angegebenen Zeiten (bei ca. 400g schweren Stücken) bist du meist auf der sicheren Seite. Wer ganz sicher gehen will, nutzt ein Fleischthermometer: Rind sollte im Kern ca. 54–56 °C (Medium) haben, das Schwein ca. 60–62 °C (zartrosa/saftig).
Wir raten davon ab, das Fleisch im Voraus fertig zu garen. Aufgewärmtes Filet wird schnell grau und trocken. Du kannst aber die Sauce wunderbar am Vortag ansetzen. Das Fleisch solltest du frisch anbraten und garen, während die Gäste beim Aperitif sind – der Ofen macht ja die Arbeit.
Da wir kein Mehl verwenden, ist die Sauce natürlich etwas dünner. Lass sie bei starker Hitze noch etwas einkochen (reduzieren), bevor du die kalte Butter einrührst. Alternativ kannst du etwas Speisestärke in kaltem Wasser glatt rühren und die kochende Sauce damit leicht binden.
Lust aufs Nachkochen
Wir hoffen, dir läuft jetzt genauso das Wasser im Mund zusammen wie uns beim Schreiben. Dieses Gericht ist unsere absolute „Geheimwaffe“, wenn wir Eindruck schinden wollen, ohne in Stress zu geraten. Probier es unbedingt aus, du wirst begeistert sein, wie einfach Spitzenküche zu Hause sein kann!
Zeig uns dein Ergebnis gerne auf Instagram und verlinke uns unter @gernekochen – wir lieben es zu sehen, was ihr in euren Küchen zaubert! Und falls nach diesem Festmahl noch Platz für ein Dessert ist: Unser Mousse au Chocolat rundet dieses Menü perfekt ab und sorgt für das süße Finale.
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