Acili Ezme ist dieses eine Ding, das ich im türkischem Restautrant IMMER bestelle. Egal ob als Beilage zum Grillteller oder – wenn ich Glück habe – auf dem Dönerfleisch: Diese scharfe Paste bzw. Dip macht jedes Gericht direkt noch einen Tick besser. Und genau das ist das Problem, wenn man zuhause grillt und sich ein bisschen Urlaubsfeeling auf den Teller zaubern will: Ohne Acili Ezme fehlt einfach was.
Acili Ezme – Türkische Würzpaste mit Granatapfelsirup
Das Wichtigste zu unserer Acili Ezme in 30 Sekunden
- Zubereitungszeit: 20 Minuten (plus 2–3 Stunden Ziehzeit)
- Schwierigkeit: Einfach
- Das Besondere: Unsere Acili Ezme bekommt ihre unverwechselbare Tiefe durch Granatapfelsirup und Sumach – die beiden Zutaten, die aus einem simplen Tomaten-Paprika-Dip eine echte türkische Geschmacksexplosion machen.
- Perfekt für: Grillabende, Mezze-Platten, als Dip zum Fladenbrot oder als Topping auf einem selbstgemachten Döner.
Acili Ezme ist eine scharf-fruchtige Würzpaste aus der anatolischen Küche, die aus fein gehackten Tomaten, Paprika, Zwiebeln und aromatischen Gewürzen besteht. Sie wird traditionell als Mezze serviert und passt zu praktisch allem, was vom Grill kommt. Der Name bedeutet übersetzt „scharfe Paste“ – und genau das ist sie: frisch, würzig und unglaublich aromatisch.
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Wenn dich die Lust auf türkisches Grillgefühl packt
Nach vielen Versuchen und unzähligen türkischen Supermarkt-Besuchen später können wir sagen: Selbstgemachte Acili Ezme schlägt das Gekaufte um Längen. Sie ist frischer, fruchtiger und du kannst die Schärfe genau nach deinem Geschmack einstellen. Perfekt passt sie übrigens zu unserem Adana Kebap, einem würzigen Bifteki (okay, ein kleiner kulinarischer Ausflug zum Nachbarn), oder zu unseren knusprigen Köfte. Wir haben lange rumprobiert, bis die Balance aus Schärfe, Säure und Süße genau so stimmte, wie wir sie lieben. Und dieses Rezept ist das Ergebnis.
Die wichtigsten Zutaten für Acili Ezme
Acili Ezme lebt von frischen, aromatischen Zutaten – hier lohnt es sich, auf Qualität zu achten. Die Paste hat nur wenige Komponenten, also zählt jede einzelne.
Tomaten und Spitzpaprika
Die beiden bilden das Fundament. Nimm unbedingt reife, aromatische Tomaten – am besten Strauchtomaten im Sommer. Blasse Wintertomaten gehen zur Not auch, liefern aber ein ganz anderes Endergebnis. Bei der Spitzpaprika ist die rote Variante entscheidend für die typische Farbe. Tipp: Im Winter kannst du mit einem zusätzlichen Esslöffel Tomatenmark und etwas türkischer Paprikapaste (Biber Salçası) aus dem türkischen Supermarkt nachhelfen. So erhältst du ebenfalls eine schöne Tiefe in der fertigen Würzpaste.
Granatapfelsirup (Nar Ekşisi)
Das ist die Geheimzutat und der absolute Gamechanger. Granatapfelsirup bringt eine fruchtig-süßsaure Note, die die Schärfe perfekt ausbalanciert. Ohne ihn schmeckt Ezme einfach nicht wie beim Türken. Du bekommst ihn in jedem türkischen Supermarkt und auch in gut sortierten Vollsortimentern unter dem Namen „Nar Ekşisi“. Falls du absolut keinen findest: Etwas mehr Zitronensaft plus eine Prise Zucker oder Balsamico Creme kommen dem Original am nächsten – ersetzen es aber nicht ganz.
Sumach
Sumach ist ein getrocknetes, fein gemahlenes Gewürz mit einer wunderbar zitronig-fruchtigen Note. Es verleiht der Acili Ezme ihre charakteristische, leicht rustikale Tiefe und diese subtile Säure, die man nicht sofort zuordnen kann. Auch Sumach findest du im türkischen Supermarkt – und er lohnt sich auch für Salate, Grillfleisch oder einen guten Türkischer Zwiebelsalat.
Was ist beim Zubereiten von Acili Ezme zu beachten?
Acili Ezme gelingt kinderleicht, wenn du drei Dinge im Kopf behältst. Dann schmeckt sie authentisch und hat die richtige Konsistenz.
Das Gemüse muss entwässert werden. Der wichtigste Punkt überhaupt. Tomaten, Paprika und Zwiebeln geben beim Hacken oder Mixen viel Flüssigkeit ab. Wenn du diese Flüssigkeit nicht durch ein feines Sieb abtropfen lässt, bekommst du eine wässrige Sauce statt einer Paste. Bei uns hat sich bewährt, das Gemüse kurz im Sieb sanft mit einem Löffel anzudrücken – dann läuft der Saft ab, und die Paste behält ihre typische Konsistenz.
Nicht zu fein pürieren. Acili Ezme soll eine leicht grobe Struktur haben, keinen glatten Brei. Wenn du einen Mixer oder Thermomix verwendest, pulsiere lieber kurz, statt alles zu einer cremigen Masse zu verarbeiten. Die kleinen Stücke machen den Charakter der Paste aus.
Mindestens 2–3 Stunden ziehen lassen. Frisch gemischt schmeckt Acili Ezme nett – nach ein paar Stunden im Kühlschrank wird sie grandios. Die Aromen verbinden sich, die Schärfe wird runder, der Granatapfelsirup legt sich wie eine Umarmung um die Tomaten. Wenn du Geduld hast: Über Nacht wird sie noch besser.
Die 5 Geheimnisse für perfekte Acili Ezme
- Qualität der Tomaten – Sonnengereifte Tomaten im Sommer sind unschlagbar. Im Winter einfach mit etwas Tomatenmark nachwürzen, damit die Farbe satt bleibt.
- Granatapfelsirup nicht weglassen – Er ist das Herzstück der Paste. Ohne ihn fehlt die typische süßsaure Tiefe.
- Schärfe individuell anpassen – Die Kerne der Pepperoni entscheiden über den Hitzegrad. Mit Kernen richtig feurig, ohne Kerne dezent. Für extra Schärfe ein paar Pul Biber (türkische Chiliflocken) dazu.
- Gutes Olivenöl verwenden – Ein fruchtiges, kaltgepresstes Olivenöl macht einen hörbaren Unterschied. Hier nicht sparen.
- Frisch ist besser als eingefroren – Eingefroren wird Acili Ezme leider wässrig und verliert ihr frisches Aroma. Lieber eine kleinere Menge zubereiten und frisch genießen.
Was unser Rezept besonders macht
Unsere Acili Ezme hat diesen einen Twist, der viele andere Rezepte fehlt: die Kombination aus frischer Minze UND Petersilie. Die meisten Rezepte setzen nur auf Petersilie – die Minze macht die Paste spürbar frischer und gibt ihr eine zusätzliche aromatische Ebene, die man nicht erwartet, aber sofort vermisst, wenn sie fehlt.
Dazu kommt der konsequente Einsatz von Granatapfelsirup und Sumach. Viele Rezepte aus dem Netz arbeiten nur mit Zitronensaft, und das schmeckt man. Die Kombi aus Nar Ekşisi und Sumach gibt dieser Würzpaste ihren typisch türkischen Charakter – genau das, was man beim Lieblingstürken schmeckt und zuhause oft vermisst.
Und das Beste: Diese Acili Ezme passt nicht nur zum klassischen türkischen Grillabend. Sie macht unseren Shawarma vom Grill noch besser, ist der perfekte Dip zu frischem Fladenbrot oder Pide und zaubert selbst aus einer einfachen Lahmacun – Türkische Pizza ein kleines Festmahl.
- 2 rote Spitzpaprika
- 1 grüne Peperoni
- 1 handvoll Petersilie
- 1/2 Zitrone Saft davon
- 5 Blatt Minze
- 1 kleine rote Zwiebel
- 2 Zehen Knoblauch
- 4 EL Olivenöl
- 1 EL Granatapfelsirup Nar Ekşisi
- 1 EL Tomatenmark
- 2 TL Salz
- 1 TL Sumach
- 1/2 TL schwarzer Pfeffer
🥘 Zubereitung
- Gewürzpaste anrühren: In einer Schüssel Salz, Sumach, Pfeffer, Tomatenmark, Granatapfelsirup, Olivenöl und den Saft der halben Zitrone gründlich vermischen. Kurz beiseitestellen, damit sich die Aromen schon mal verbinden.
- Gemüse vorbereiten: Petersilie und Minze grob zupfen. Zwiebel schälen und vierteln, Tomate vierteln, Paprika und Peperoni entkernen und grob zerteilen. Knoblauchzehen halbieren. Alles zusammen in einen Mixer oder den Thermomix geben und 10 Sek. auf Stufe 6 bzw. bis es die Konsistenz von Ajvar hat, zerkleinern.
- Gemüse entwässern: Die zerkleinerte Gemüsemasse in ein feines Sieb geben und gut mit einem Löffel andrücken, damit die überschüssige Flüssigkeit abläuft. Das ist der wichtigste Schritt für die richtige Konsistenz. Die abgelaufene Flüssigkeit kannst du übrigens für eine Tomatensauce oder Bolognese weiterverwenden – viel zu schade zum Wegkippen.
- Alles vermengen: Das abgetropfte Gemüse in eine Schüssel geben und mit der vorbereiteten Gewürzpaste aus Schritt 1 gründlich vermischen.
- Ziehen lassen: Die Acili Ezme abgedeckt für mindestens 2–3 Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Über Nacht wird sie noch besser. Zum Servieren kurz umrühren und mit einem Schuss Olivenöl und etwas frischer Petersilie garnieren.
Nährwertangaben pro Portion (ca.)
Häufige Fragen zu Acili Ezme kurz beantwortet
Acili Ezme ist eine scharfe türkische Würzpaste aus fein gehackten Tomaten, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Kräutern, verfeinert mit Granatapfelsirup und Sumach. Der Name bedeutet übersetzt „scharfe Paste“ und stammt ursprünglich aus der Region Gaziantep in Südostanatolien. Sie wird typischerweise als Mezze-Vorspeise oder als Beilage zu Gegrilltem serviert.
Acili Ezme hält sich im Kühlschrank 3 bis 4 Tage in einem gut verschlossenen Glas. Am allerbesten schmeckt sie allerdings am 2. Tag, wenn alle Aromen schön durchgezogen sind. Einfrieren empfehlen wir nicht – die Paste wird dabei wässrig und verliert ihr frisches Aroma.
„Ezme“ heißt wörtlich übersetzt „Zerdrücktes“ und bezeichnet verschiedene pastenartige Zubereitungen. „Acili Ezme“ bedeutet speziell „scharfe Paste“ und meint die würzige Variante mit Chili und Pul Biber. Eine milde Variante ohne Schärfe wäre also einfach nur Ezme, mit Schärfe wird daraus Acili Ezme.
Acili Ezme passt zu fast allem, was vom Grill kommt – besonders gut zu Köfte, Kebab, Lammspießen und Steaks. Sie ist ein fester Bestandteil jeder Mezze-Platte, schmeckt grandios auf frischem Fladenbrot oder Pide und verwandelt einen selbstgemachten Döner in ein echtes Geschmackserlebnis.
Ja, ganz einfach. Entferne die Kerne der Pepperoni vollständig und reduziere die Menge. Für eine komplett milde Variante kannst du die Pepperoni auch weglassen und durch eine zweite rote Spitzpaprika ersetzen. So behältst du die fruchtige Tiefe, verlierst aber die Schärfe.
Lust aufs Nachkochen?
Diese Acili Ezme ist eines der Rezepte, die bei uns regelmäßig auf dem Tisch landen – besonders in der Grillsaison. Viele Leser haben uns geschrieben, dass sie seitdem gar keine fertige Paste mehr kaufen. Probier sie selbst aus und lass uns wissen, wie sie dir geschmeckt hat! Wenn du sie nachkochst, freuen wir uns riesig über ein Foto auf Instagram unter @gernekochen– und wer noch mehr Lust auf türkische Küche hat, sollte unbedingt unseren Iskender Kebap ausprobieren. Afiyet olsun!
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