Stautenhof in Willich – Tiere des Biobauernhofs

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8. November 2020

Ein Tag zwischen Schweinen, Rindern, Lämmern und Hühnern auf dem Biobauernhof

Ein Sommer auf dem Bauernhof. So kitschig könnte ein altes Jugendbuch aus den 70ern anfangen, dazu noch blonde Mädels neben friedlichen Schafen gezeichnet, die alle fröhlich sind beim Anblick der Tiere. Ihr wisst bestimmt, was ich meine. So kitschig das jetzt auch klingen mag, wir hatten einen Sommer auf dem Biobauernhof. Heute möchten wir diese Runde zu einem Abschluss bringen.

Wenn ihr euch an unseren ersten Beitrag aus der Reihe zurückerinnert (falls es zu lange her ist, dann hier noch einmal unser Beitrag). Ich bin damals mit der Erzählung von unserem gemieteten Gemüsefeld eingestiegen und tatsächlich schließt sich hier jetzt der Kreis, denn wir sind an den Hof zurückgekehrt, auf dem wir unseren Acker hatten, dem Stautenhof in Willich-Anrath.

Während unserer Saison auf drei Biohöfen haben wir unterschiedliche Ansätze gesehen: Auf dem Biohof Büsch haben wir uns im Frühjahr den Start in den Gemüseanbau angeschaut, der Finkeshof war ein Gemüsehof, bei dem wir die Ernte betrachtet haben und nun haben wir uns den Stautenhof angeschaut, der vor allem Tiere hält.

Den Stautenhof kennen wir bereits seit ein paar Jahren, immer mal wieder haben wir dort eingekauft, denn er lag „umme Ecke“, wie man hier so schön sagt. Und letztes Jahr ist es nicht nur beim Einkauf geblieben, denn wir haben dort unseren Gemüseacker gehabt. Und auch Anika, die für den Hof die Öffentlichkeitsarbeit macht, kennen wir bereits länger.

Der Stautenhof ist ein echter Erlebnishof. Alle sind super freundlich, es gibt ein wunderbares Café und der Spielplatz ist immer gut besucht. 95% der Erzeugnisse aus der Landwirtschaft gehen in die Direktvermarktung, heißt also, dass der Kunde diese direkt bei ihnen im Hofladen kauft.

Wir haben uns im Speziellen die Tierhaltung angeschaut und waren bei den Schweinen und Ferkeln, den Hühnern und Puten und bei den Rindern und Lämmern. Alles greift ineinander über und das merkt man an jeder Ecke.

Auf zu den Tieren

Fangen wir mit den Schweinen einmal an. Das war nämlich der erste Teil unseres Besuches. Wir sind direkt in den Schweinestall gegangen und soll ich euch mal was verraten: Die Schweine haben Fußbodenheizung! Ja, unglaublich aber wahr, die Schweinis haben warme Füße. Neben dem Schweinestall liegt die hofeigene Bäckerei. Mitten in der Nacht wird dort der Ofen angefeuert und zwar so heiß, dass nach dem Abbacken aller Spezialitäten die restliche Wärme in den Schweinestall geleitet wird. Und wenn ihr euch einmal Helmut anschaut (das ist der Chef bei den Damen), dann ist wohl klar, dass es ihm damit saugut geht.

Helmut ist ein Duroc-Eber und wirklich eine lässige „Sau“. Normalerweise hört man ja immer man solle sich vor Ebern in Acht nehmen, aber dieses 380 kg Schwein lässt sich richtig gerne kraulen. Die Damen im Stall gehören zur Schweizer Landrasse und sind ebenfalls schnarchende Zeitgenossen. Solange die Sauen trächtig sind, bleiben sie in der Herde im Stall zusammen mit Helmut. Wenn sie dann kurz vor dem Abferkeln stehen, wandern sie rüber in den Nachbarstall und können dort in Ruhe in Boxen gebären. Als wir da waren, gab es frische Ferkel und auch schon ältere und alle waren sie niedlich und neugierig. Auch wenn jede Sau ihre eigene Box hat, können sowohl Ferkel als auch Sauen hin und her wandern. Es kann also durchaus mal vorkommen, dass sich dann zwei Sauen in den Boxen breit machen und lauter Ferkel um sie herum wuseln.

Wenn man den Hof besucht, kann man die Ferkel und Schweine auch sehen, denn sie haben Auslauf. In unserem Ackersommer habe ich mit meiner Nichte natürlich auch unseren Acker gepflegt und gehegt. Gemeinsam waren wir auf dem Spielplatz anschließend, haben im Hofcafé eine Limo getrunken und uns die Schweinchen angeschaut.

Jedes Jahr hat der Stautenhof 900 Mastschweine, die ausschließlich im hofeigenen Laden landen (Zur Schlachtung werde ich gleich noch was sagen). Ungefähr zweimal im Jahr ist jede Sau trächtig und gebiert dann in etwa 10 Ferkel.

Ab zu den Hühnern

Vom Schweinestall ging es aufs Feld zum Geflügel. Und hier muss man jetzt drei Arten unterscheiden. Zum einen sind da die Puten. Schönheitspreise gewinnen sie definitiv nicht, das steht fest, aber lustig sind sie dabei schon. Und die Geräusche, die Puten machen sind ebenfalls lustig. Das ist eine Mischung aus Seehund und Huhn, ganz crazy.

Das Geflügel lebt draußen, egal bei welchem Wetter. Die braunen Hühner sind für die Eierproduktion zuständig und landen später dann auch als Suppenhuhn im Hofladen. Hier auf dem Hof gibt es zwei Rassen von Hühnern, einmal für die Masthähnchen und dann für die eierlegenden Hühner. Waldemar ist Herr der Hühner und hat uns alles zu den Hühnern erklärt. Hühner haben nur ein Jahr lang, wenn sie tatsächlich ein Jahr alt sind, eine gute Legeleistung, danach nimmt das tägliche Eierlegen rapide ab. Die Rasse der Legehühner ist Isa-Lohmann und sie leben in mobilen Hühnerställen rund um den Hof. Ein Hühnerstall beherbergt ca. 800 Hühner und 10 Hähne.

Die Ställe sind mobil, heißt, sie werden regelmäßig auf andere Wiesen gesetzt, sodass die Hühner neues Gras zur Verfügung haben. Die alte Wiese ist dann super gedüngt und das Gras wurde kleingehalten. Jeden Tag legt ein Huhn in etwa ein Ei. Diese kann man dann im Hofladen kaufen oder sie gehen in das eigene Café, Bäckerei oder Bistro. Der Stautenhof ist tatsächlich ein geschlossenes System. Das Geflügel kommt übrigens als junges Küken auf den Hof, wird dann sechs Wochen warm aufgezogen und erst dann auf das Feld entlassen.

Hühner haben übrigens unglaublich weiche Federn, ich war sehr überrascht als wir sie gestreichelt haben. Und Schweine haben wirklich harte Borsten, die sehen deutlich weicher aus als sie tatsächlich sind.

Vom Geflügel ging es dann zu den größten Tieren auf dem Hof, den Rindern.

100 Rinder werden in etwa jedes Jahr auf dem Stautenhof geschlachtet. Die Tiere werden um die zwei Jahre alt und kommen für die letzten Monate auf den Hof. Die Zeit vor dem Hof verbringen sie in der Eifel auf Weideflächen zusammen mit Muttertieren. Erst danach, wenn sie ca. 15 Monate alt sind, kommen sie wieder zurück auf den Hof.

Auf dem zweiten Bild seht ihr übrigens Neeske, ein Aubrac-Rind. Ein wunderschönes Tier, von dem es noch zwei weitere Rinder gibt. Das ist ein kleines Projekt von Christoph, dem Chef des Hofes. Eine ausgesprochen hübsche Rinderrasse finde ich.

Schafe bzw. Lämmer gibt es auch noch. Diese ziehen mit einem Schäfer in der näheren Umgebung umher und werden dann wieder zum Hof zurückgebracht.

Das Futter, welches die Tiere bekommen, kommt übrigens auch nur vom Hof. Ein kompletter Kreislauf also. Das entspricht auch den Biorichtlinien. Wenn ich mehr Tiere halten möchte, muss ich auch mehr Flächen haben, auf denen ich den Mist austrage und die für die Versorgung der Tiere stehen können. Daher ist man als Biobauer manchmal an seiner Grenze angekommen, wenn es eben keine Flächen mehr gibt.

Das Lebensende eines Tieres auf dem Stautenhof

Das nun kommende Thema, ist wahrscheinlich das heikelste am ganzen Beitrag. Jedes Tierleben auf dem Hof findet einmal sein Ende. Und so traurig dieses Ende auch macht, so achtsam behandelt der Hof dieses Ende. Die Tiere werden nicht hunderte Kilometer weit transportiert, um dann in einer Massenabfertigung zu enden. Tatsächlich haben die Landwirte, allen voran die beiden Christophs, eine Schlachtausbildung gemacht. Jedes Schwein, jedes Rind, Lamm oder Huhn wird von dem für sie zuständigen Landwirt auf dem Hof getötet. Entspannter kann eine Schlachtung nicht ablaufen. Der Mensch, den die Tiere am meisten kennen, beendet eben auch das Leben. Dazu hat der Hof ein eigenes Schlachthaus mit angrenzender Metzgerei gebaut, denn auch die Verarbeitung der Tiere erfolgt direkt auf dem Hof.

Wir haben es in der Hand…

Warum gibt es diese Möglichkeit nicht bei allen Bauernhöfen? Das ist so schade, dass es so wenig Idealisten gibt, die das Wohl der Tiere über die Profite stellen. Und ja, natürlich ist das ein ökologischer Vorzeigehof, den wir in unserer Umgebung haben und ja, wir müssen da auch erst hinfahren, jeder Supermarkt ist näher. Ich glaube wir müssen uns ein wenig aus unserer Bequemlichkeit herausbemühen, wenn wir wollen, dass Landwirtschaft Einklang bedeutet. Dann muss man eben 10 Min. länger fahren, dann muss man eben 2€ mehr auf den Tresen für Hackfleisch legen, aber ganz ehrlich, ich gehe mit einem ruhigeren Gewissen heim als beim Aufreißen der Plastikverpackung aus dem Supermarkt.

Das Herz des Stautenhofes: Der Hofladen

Der Hofladen ist eigentlich kein Laden mehr, sondern eher ein Supermarkt. 95% der hofeigenen Erzeugnisse werden direkt auf dem Hof verkauft, Wahnsinn! Und ich kann euch wirklich sagen, die Sachen schmecken. Der Laden ist immer gut gefüllt. Die Backwaren kommen alle aus der hofeigenen Bäckerei, die ja für die warmen Füße bei den Schweinen sorgt.

Der Stautenhof kann wirklich als Musterbetrieb für andere Biohöfe gelten. Von der Aufzucht über die Futtermittelherstellung bis hin zur Verarbeitung der Tiere ist alles auf dem Hof zu finden. Und auch noch alles in Bioqualität. Die Mitarbeiter sind super freundlich und die Sachen von dort sind super lecker.

Und dann gibt es noch eine Megaidee

Und ein Bonbon hat der Stautenhof noch. Ich wusste gar nicht, dass es das gibt, aber der Stautenhof hat einen eigenen Kindergarten. Mitten auf dem Hof ist ein wunderschöner Kindergarten entstanden, in dem 20 Kiddies ihren Platz finden. Die sind für die Esel verantwortlich, kümmern sich um die Meerschweinchen und bekommen auch ihr Mittagessen vom hofeigenen Bistro. Was als Idee vor Jahren von Christoph Leiders, Chef des Hofes, für die hofeigenen Mitarbeiter gedacht war, hat sich dieses Jahr realisiert und zwar nicht nur für die Hofarbeiter, sondern eben auch für andere Kinder. Ich finde die Idee großartig und würde mir mehr solcher Kindergärten wünschen, gerade auch in unserer Umgebung. Benni und ich waren beide hin und weg vom Kindergarten.

Nun schließt sich der Kreis

Wenn ihr unsere Berichte über die Biosaison auf dem Bauernhof gelesen habt, wisst ihr, dass ich mich ein wenig kryptisch im ersten Beitrag ausgedrückt habe. Kryptisch in der Hinsicht, dass ich von unserem Gemüseacker geredet habe und meinte, da kommt noch was auf euch zu.

Tatsächlich ist es so, dass wir und BIOspitzenköche sowie BÖLN gemeinsam einen Gemüseacker von Ackerhelden verlosen werden. Dieses Gewinnspiel findet auf unserem Instagramkanal statt und wir würden uns sehr freuen, wenn viele von euch da mitmachen. Der Acker liegt bei einem Bio-Bauern eurer Wahl, der bei Ackerhelden mitmacht, also deutschlandweit.

Wer noch mehr Infos möchte…

Mehr über Bio, den ökologischen Landbau, viele gute Tipps, leckere Bio-Rezepte und viele Hintergrundinfos findet Ihr auf dem Blog der BIOSpitzenköche und auf www.oekolandbau.de.

Loss et üch schmecke.

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Uns ist noch wichtig: Auf den Inhalt dieses Beitrags wurde seitens unseres Auftraggebers zu keiner Zeit Einfluss genommen, dieser wurde von uns verfasst und entspricht zu 100% unserer eigenen Meinung.
Theres von gernekochen.de
Dieser Beitrag kommt von:

Theres

Frau Gernekochen ist in Leben 1.0 Lehrerin an einer Gesamtschule, mit viel Liebe zu Ihrem Beruf.

Auf Gernekochen.de ist sie der Chef oder vielmehr die Chefin an der Kamera. Alle Fotos, die ihr hier findet, hat Theres geknipst (bis auf gaaaaanz wenige Ausnahmen). Da sie damit aber nicht mal ansatzweise ausgelastet ist, kümmert sie sich um den Auftritt auf Pinterest.

Zusätzlich ist sie auch das Gesicht in den Instagram Stories und bereichert unseren Content mit vielen leckeren Rezepten.

Ihre Vorlieben liegen in der italienischen Küche. Aber auch Kuchen und Gebäck aller Art oder Schmorgerichte, wie ihr unübertroffenes Gulasch, gehören zu ihren Steckenpferden.

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Kommentar
09.11.2020
Benni
Hallo Hildegard, das freut uns wirklich sehr zu hören! Hab einen guten Start in den Tag. Liebe Grüße Theres & Benni
Kommentar
09.11.2020
Hildegard Gauselmann-Kremer
Der Bericht entspricht unserem erfreuliche Eindruck beim Einkauf
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