Kürbiswaffeln – Los gehen unsere Kürbistage

18. Oktober 2015
Kürbiswaffeln

Ich muss jetzt mal meinem Unmut ein wenig Luft machen, bevor ihr auf das Rezept kommt. Als Kind gab es  eine Zeit im Jahr, die ich sehr geliebt habe. Diese Zeit begann mit Sankt Martin am 11. November und endet an Heilige-Drei-Könige am 6. Januar. Ich fand diese Zeit wunderbar, es wurde früh dunkel, es gab herzhaftes Essen und meine Großeltern machten den Kamin an. Sankt Martin fand ich immer toll, von der sozialen Botschaft dieses Festes sollten wir uns in der heutigen Zeit nochmal eine Scheibe abschneiden. Im Kindergarten wurden Laternen gebastelt, meist ging aber der Leuchtstab schnell kaputt oder die Batterie leer. Und wenn man dann an St. Martin durch die Nachbarschaft ging, alles war dunkel, nur die Laterne leuchtete und man sang seine Martinslieder, um Süßigkeiten abzustauben, hatte das etwas sehr Erhebendes.

Als ich meine Wohnung hier im Rheinland bezog, dachte ich, St. Martin würde hier hoch im Kurs stehen, welch eine Täuschung. Ich lag hier am 31. Oktober nichts ahnend auf meiner Couch und auf einmal klingelte es. Die Gegensprechanlage schrie mir ein „Süßes oder Saures“ entgegen und ich dachte, ich bin im falschen Film. Wie sich später herausstellte, ging hier keiner an St. Martin rum, aber an Halloween waren alle dabei. Ich finde sowas schade. Nicht zuletzt erlebe ich im Unterricht, wenn ich nach der Bedeutung des 31. Oktober frage (und falls ihr es selbst nicht wisst, googelt mal, warum wir 2017 dort einen Sonderfeiertag bekommen), nur die Antwort: Halloween. Frustrierend…

Ich wollte aber gar nicht solange euch mit meinem Unmut nerven. Die von mir beschriebene Zeit bringt vor allem den Kürbis mit. Und wir werden jetzt starten mit unseren Kürbistagen. Wir haben noch ein paar Kürbis-Rezepte in der Warteschleife, die auf ihren Auftritt warten, u.a. werdet ihr erfahren, welches Zimt-Rezept es mir als Zimt-Gegnerin besonders angetan hat. Die Kürbiswaffeln sind schnell gemacht und eignen sich hervorragend für eine gemütliche Session auf der Couch nach einem Herbstspaziergang.

Zutaten für dieses Kürbiswaffeln Rezept:

  • 300 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 2 TL Zimt
  • 1 TL geriebener Piment
  • 1 TL Ingwer (Pulver)
  • 1/2 TL Salz
  • 55 g brauner Zucker
  • 400 g Kürbispüree (Anleitung dazu weiter unten)
  • 450 ml Milch
  • 4 Eier, nach Eiweiß und Eigelb getrennt
  • 55 g zerlassene Butter

Zubereitung ohne Thermomix:

  1. Für das Kürbispüree kauft ihr einen Speisekürbis (ich habe Hokkaido genommen), entkernt ihn und entfernt die Schale (außer beim Hokkaido, die kann man mit essen) und schneidet ihn in grobe Stücke. Gebt ihn in einen Topf, bedeckt ihn mit Wasser und kocht ihn weich. Den Kürbis rausnehmen und mit dem Pürierstab fein pürieren.
  2. Die Eiweiße in einer Schüssel steif schlagen.
  3. Die Eigelbe zusammen mit Kürbispüree und Milch verrühren, Mehl, Backpulver, Gewürze, Salz und brauner Zucker hinzufügen und  zusammen mit der zerlassenen Butter glatt rühren.
  4. Die Hälfte des Eiweißes vorsichtig unter den Teig heben, anschließend die andere Hälfte.
  5. Ab damit in euer Waffeleisen.

Zubereitung im Thermomix:

  1. Kürbis entkernen, Schale entfernen (außer beim Hokkaido, die kann man mitessen), in grobe Stücke schneiden, in den Aroma geben, 500 ml Wasser einfüllen 25 Min./Varoma/St.1, entfernt das Wasser und gebt den weichen Kürbis in den Topf, püriert es 1 Min./St.10
  2. Den Thermomix säubern, dann den Schmetterling einsetzen und die 4 Eiweiße mit einer Prise Salz dazugeben, 4 Min./St. 4.
  3. Eischnee in eine Schüssel umfüllen.
  4. Kürbispüree, Milch und Eier in den Thermomix geben 1 Min./St.3
  5. Mehl, Salz, Gewürze und Backpulver sowie braunen Zucker hinzufügen 2Min/St.3
  6. Eine Hälfte des Eischnees zu der Masse geben und 30Sek./St.1 unterheben.
  7. So mit der anderen Hälfte ebenfalls verfahren.
  8. Ab damit ins Waffeleisen.

P.S: Die Karamellsauce gibt es im Laufe der Woche noch dazu.

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9 Kommentare

  • Antworte Margarida Seixas 18. Oktober 2015 um 13:10

    Das ist aber schade!
    Hier in Köln feiern wir Sankt Martin. Die Kindergärten und die Schulen haben eigene Umzüge und sogar Matinsfeuer hinterher. Natürlich gibt es sogar einen Sankt Martin mit Pferd. Entlang der Umzugstrecke dekorieren viele Anwohner ihre Fenster und Vorgärten.
    Natürlich gibt es hinterher beim „Singen“ für die Kinder viele Süßigkeiten und sogar oft Glühwein für die Eltern 😉

    Ich finde auch, dass das eine wunderbare Zeit ist.

  • Antworte Jasmin Ralbofski 18. Oktober 2015 um 13:25

    Hier wurde in einem Großteil der Kindergärten St. Martin quasi komplett abgeschafft oder in ein „Lichterfest“ ohne Bezug verwandelt, damit man niemandem der Kinder und Eltern auf den Schlips tritt. Halloween gefeiert wird hier nur wenig, Kinder gehen fast gar keine rum an diesem Tag. Parties für die älteren unter uns hibt es hingegen schon einige. Ich grusel mich gerne, aber brauche dafür keinen bestimmten Anlass. Ich gebe dir Recht, Traditionen, Gebräuche und die dahinter stehendrn Geschichten geraten immer mehr in Vergessenheit und das ist wirklich sehr schade.

  • Antworte David 18. Oktober 2015 um 14:23

    Hab hier noch einen Hokkaido übrig und mir letztens erst ein Waffeleisen gekauft, das wird nachgebacken. Danke für das tolle Rezept 🙂

  • Antworte Silke Brandt 18. Oktober 2015 um 20:10

    Wirklich schade, ist das in Düren so anders? Ich wohne auch im Rheinland und stamme aus Köln. Dort und allen Städten und Gemeinden in der Umgebung (Rheinerftkreis, Rheinkreis Neuss) wird Sankt Martin in allen Kindergärten und Schulen gefeiert. Mit Laternenbasteln, Umzügen und Singen. Mit Martinsfeuern und Weckmännern. Einfach schön…

  • Antworte Lars 19. Oktober 2015 um 1:27

    Was für ne geile Inspiration, da werd ich ebenfalls gleich mal Hand anlegen

  • Antworte Karamellsauce mit Kürbis 21. Oktober 2015 um 9:47

    […] der Knaller ist und ich sie am liebsten trinken würde. Sie passt wunderbar zu unseren Kürbiswaffeln. Man muss nur beim Zubereiten dabei sein, weil ansonsten die Möglichkeit besteht, dass das […]

  • Antworte Kürbis-Zimt-Schnecken: Ein Genuss aus dem Ofen 23. Oktober 2015 um 9:51

    […] g Kürbispüree (Herstellung im […]

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